Freitag, 15. Februar 2013

Alles Gute kommt von oben

Schaut heute Abend gen Himmel. Ein Asteroid fliegt vorbei, aber zum Glück nur vorbei. Es wäre nicht auszuhalten, würde er direkt auf Einschlagskurs gehen.Dann wären all unsere Probleme gelöst, sollte man meinen. Aber wie es im Leben nun mal ist, ist das alles Quatsch. Der Brocken hat eine Länge von 45 bis 50 Meter. Diese Strecke schafft ein Durchschnittsmensch in ungefähr 10 Sekunden zu laufen. Die Erde zum Vergleich ist fast 13000 km breit, das ist ungefähr das 25.000-fache des kleinen Steinbrockens. Es mag schon stimmen, dass seit der Aufzeichnung von Gesteinsbrocken im All, es der größte Klumpen ist, der an der Erde vorbeizieht, aber es gab durchaus größere Brocken. Alles Quark, was man uns weißmacht.

Als erstes sollte man einen Unterschied machen, ob er einschlägt, oder in der Atmosphäre explodiert. Ich kategorisiere die Meteoriten nun in 3 Gruppen und nenne die erste Meteore, auch Sternschnuppen genannt. Sie verglühen vollständig in der Atmosphäre und sind meist nur wenige Zentimeter groß, natürlich gibt es auch Exemplare, die bis zu einem Meter groß werden können. Diese Sorte kann man risikofrei in sternklaren Nächten beobachten, zu bestimmten Zeiten auch besser, also wenn die Perseiden oder die Leoniden vorbeiströmen.
Die zweite Kategorie sind die schweren Meteoriten, die vorwiegend aus Eisen und Nickel bestehen, so auch wie unser 2012 DA14, der heute Abend vorbeizieht. So gesehen, sind sie nicht so gefährlich wie meine kommende dritte Kategorie. Sie schlagen irgendwo ein, wenn ihre Größe ausreicht, um nicht in Kategorie 1 zu fallen und hinterlassen dann einen Krater der proportional zu ihrer Masse ist. Die größten Krater, die auf unseren Planeten zu finden sind, haben bis 300 km Durchmesser. Die bekanntesten unter ihnen sind der recht kleine Krater in Arizona (der Barringer mit 1,2 km), der zu den besterhaltetsten der Erde zählt. Chicxulub, bei Yucatán mit 180 km Durchmesser, der vor 65 Millionen Jahren entstand und die Dinos auslöschen ließ. Der damalige Brocken war 10 bis 15 km groß, also überhaupt nicht zu vergleichen mit unseren Kleinen. Das Nördlinger Ries in der Alb entstand durch einen 1,5 km großen Meteoriten und entwickelte einen 24 km großen Krater.
Kommen wir zur dritten Gruppe, den leichten Meteoriten, sie bestehen vorwiegend aus Gestein und sind recht porös und da liegt auch das Problem. Meist sind sie nicht so groß, wie die der Kategorie 2, aber gehen leicht kaputt. So kommt es vor, dass sie in der Atmosphäre explodieren und regional einen Schaden machen, der einer Atombombe nahekommt, nur ohne radioaktiver Strahlung. Bekannte Beispiele sind der Fall von 1908 in der Tunguska, wo ein 30 bis 80 Meter großer Brocken einige Kilometer über dem Boden explodierte und ungefähr 2000 km² Wald zerstörte. Und ein sehr aktueller Fall war heute Früh am Ural, wo ein Meteoroid, von 1 bis 2 m auch explodierte und durch seine Druckwelle sehr viele Fenster zerbarsten ließ, die dann mehr als 500 Russen verletzte. Laut anderen Quellen sind es auch weit über 700 Menschen, allein in einer Stadt.
Seltsamerweise hat keiner vor diesem Fels gewarnt, denn mit seiner Größe hätte man ihn vor wenigen Tagen schon entdecken müssen, aber vielleicht wollte keiner die Russen warnen, oder es war möglichweise kein Stein aus dem Kosmos. Fehlgeschlagener Raketentest. Angriff mit auf Russland. Atmosphärische Waffentest, oder gar Aliens. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Bevor ich wieder höre: "Ein Komet ist in Russland eingeschlagen", kläre ich noch mal ein wenig auf.

Interplanetarer Staub: ist kleiner als 0,1 mm und schwirrt hier und da rum.
Meteoroiden: sind Gesteinsbrocken, oder auch aus Eisen, die von 0,1 mm bis ein paar Meter groß sind.
Asteroiden: auch Planetoiden genannt, obwohl sie keine Planeten sind, sind Brocken, die größer als Meteoroiden sind.
Meteor: ist die Leuchterscheinung, wenn einer Meteoroid durch die Atmosphäre fliegt, auch Sternschnuppe genannt.
Meteorit: ist das Überbleibsel eines Kleinkörpers auf dem Boden, wenn er nicht vollständig verglüht ist.
Komet: ist dem Asteroid ähnlich, aber besitzt Eis und Gas, das sich bei Annäherung an die Sonne zum Schweif bildet.
Zwergplaneten: sind kleine Planeten, bewegen sich aber um die Sonne und sind selten rund.
Planeten: bewegen sich um die Sonne und sind rund.
Monde: bewegen sich um Planeten.
Sterne: leuchten und bestehen aus Gas.
Quasare: sind aktive Galaxiekerne
Schwarze Löcher: haben sehr hohe Gravitation und lassen kein Licht raus.

Das sollte für's Erste reichen. 

Euer Wetterschaf

2 Kommentare

  1. Hallo Wetterschaf,

    ein sehr interessanter Beitrag. Ich habe wieder etwas dazugelernt.

    Liebe Grüße

    Thomas

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